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Jahresringe werfen (...time after time...)
Ausstellung ’Verformungen’ im Garten Edelhof Rickligen 2017

Ein solitärer Baum und viele Ringe, exakte Kreise gleicher Größe, die Stammachse in unterschiedlichen Lagen umkreisend, spielerisch im Baum verwoben, quasi tanzend. Viele weiße Ringe, die mit dem Baum lässig spielen - oder er mit ihnen. (…)
Einer der Ringe „von leuchtendem Gold“. (...) Die dominante Figur bleibt aber der Baum selbst, der sich von den Ringen nicht eingrenzen lässt, aber „das Spiel mitmacht“. (…)
Den Akt der „Verformung“ vor allem verstanden in Bezug auf das im Park vorhandene, ausgewählte Objekt, den Baum. (…)
Auszug aus der Dokumentation, August 2017


2016, Int. Blooom-Award, Nominee  (Top 70)

2016, Int. Blooom-Award,
Nominee (Top 70)


Ein Leben zwischen Kunst und Alkohol
Die Kölner Liste fand vom 15. – 17.4. im Carlswerk statt

Mit über siebentausend Kunstinteressierten, Sammlern und Multiplikatoren hat sich die Messe, die zeitgleich zur Art Cologne stattfand, als neues Kunstmesseformat im Rheinland etabliert. Inhaltliche Neuerungen wie Photography und die Urban Art Section, aber auch die für Absolut Wodka gestaltete Bar sind vom Publikum angenommen worden. (…)
Aufgefallen sind mir Rolf Blumes Abstandshalter in der Artist Section, der Hannoveraner hatte spazierstockartige Assemblagen an der Wand, ein designter Materialmix zwischen dem silbrigen Innern einer Thermosflasche und dem Außen eines bunten Wollknäuels. (…)
Peter Ortmann, Choises 06, Kulturmagazin, Köln, April 2016

Kunst statt Kabel
Die dritte Auflage der Kölner Liste gastiert im Carlswerk in Mühlheim

(Die) Kölner Liste, die in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindet, ist mit der Kunst in die Aluhalle auf dem Gelände Carlswerk in Mühlheim gezogen. (…) Jetzt stellen dort auf mehr als 3000 Quadratmetern Händler junge, zeitgenössische Kunst aus. (…) In den Kojen, die von Künstlern selbst betrieben werden, geht es mitunter spielerisch zu.
Rolf Blume (Hannover) entwirft Abstandhalter aus Alu und diversen Materialien. (…)
Susanne Kreitz, Kölner Stadtanzeiger, 15.4.2016


Sieben Samurai aus Plastikflaschen
Künstler verarbeitet Alltagsgegenstände zu ‚Unbekannten Form-Objekten’

Blume (verwendet) Material, wie es in Massen in unserem Alltag vorhanden ist. Der ‚Respektor’ etwa erinnert an eine ritterliche Lanze, nur dass die Spitze keine konventionelle Spitze ist, sondern aus dem Innern einer Thermoskanne besteht – eine zerbrechliche Angelegenheit, die durch das glänzende Material edel wirkt. Umwickelt ist der Stab mit Stoffen aus einem Musterkatalog, mit Draht und Schnur. (…)
Eine Serie von kleineren Werken besteht hauptsächlich aus den Seiten eines Telefonbuchs. „Ich möchte die Dinge des Massengebrauchs re-individualisieren“ (…) erläutert Blume. Für ihn spielt vor allem die Form eine entscheidende Rolle: „ Die Form lässt den Inhalt erst entstehen, sie generiert überhaupt erst Bedeutung.“ (…) Die ursprüngliche Bedeutung der Dinge, die sich auf einmal in diesem ‚unbekannten Formobjekten’ wieder finden, wird dabei auf ironische Weise gebrochen, allein schon die Titel ‚Bombator’, ‚Der Egg-O-ist II’ oder die ‚7 Samurai’ (...) zeigen Witz im Wortsinne. Kunst, die geistreich ist, Humor hat und zum Nachdenken anregt. Der Weg in die Eisfabrik lohnt sich.
Sonja Steiner, HAZ-Südstadt 10.9.2015

Die Kunst der Beschränkung
Zinnober – Kunstvolkslauf demonstriert das Potenzial der Kunst in Hannover

Zinnober hießen schon Kunstfeste, die Kurt Schwitters (….) und andere Künstler und Sympathisanten der Avantgarde in den Zwanzigerjahren in Hannover gefeiert haben. Man darf also anspruchsvoll sein. Und muss dabei sorgfältig auswählen: (…)
Skulpturales in der Eisfabrik, (…) denn da zeigt Rolf Blume den raketenartigen ‚Finder 07’, den bedrohlichen ‚Respektor’ oder auch den ‚Floralen Adapter’. (…) Lauter befremdliche Kunstobjekte, die aus ganz alltäglicher Massenware zusammengesetzt sind. (…)
Daniel Alexander Schacht, Hannoversche Allgemeine Zeitung 5.9.2015

Die Bedrohung aus dem Müll
Rolf Blumes futuristische Raumkollagen in der Eisfabrik

Ufos – Unbekannte Formobjekte (sind) in der Weißen Halle in der Eisfabrik zu besichtigen.
Dort hängen an den Enden zugespitzte, raumschiff-, raketen- oder bombenähnliche Geräte von der Decke, die Blume als ‚Finder’ betitelt hat, hier liegen nicht minder bedrohliche, keulenähnliche Lanzen auf dem Boden, sogenannte ‚Abstandhalter’. (…)
Blume fühlt sich den russischen Konstruktivisten der 20er Jahre verbunden. Drei Grafik-Collagen erinnern an El Lisitzky, was auch durchaus beabsichtigt ist - aus der Nähe ist zu erkennen, dass die ‚Universal Pictures’ auf Schnittmusterheften aus den 60er Jahren basieren. (…)
Blume versteht sich als ‚Bricoleur’, bezieht sich dabei auf den Bricolage-Begriff des französischen Ethnologen Claude Levi-Strauss, was mit ‚Basteleien’ nur sehr unzureichend übersetzt ist. Blume erklärt es so: “Ich will Dinge zusammen bringen, die nicht zusammen gehören. Ich will einfach sehen, ob es geht.“ Doch, es geht! (…)
Michael Lange, Neue Presse 5.9.2015


Rolf Blume im Pavillon

Der Finder Nr. 9, der im Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses bis 26.April unter der Decke schwebt, mutet wie ein unbekanntes Flugobjekt an. Der Künstler Rolf Blume, der sich seit sieben Jahren hauptberuflich mit der Bildhauerei beschäftigt und solche Assemblagen schafft, bezeichnet sich selbst als ‚Finder’. (...)
Und so bestehen seine fremdartigen, die Phantasie und den Spieltrieb des Betrachters beflügelnden, geradezu fröhlich wirkenden Kunstobjekte aus akribisch montierten, eigentlich profanen Dingen wie z.B. einem Kuchenring, einer neogrünen Orchideenvase, einem Schüttelsieb und einer leicht lädierten Fahrradfelge, aus der strahlenkranzförmig Drähte hervorragen. Mit ihnen schafft Blume komplexe raumgreifende Strukturen, die sich zu einprägsamen visuellen Bildern verdichten und eine Absage an unsere Wegwerfgesellschaft sind.
Sigrid Schuer, Weserkurier, 14.2.2015

(the) Finder - Rolf Blume

Rolf Blume kreiert komplexe, mitunter raumgreifende Assemblagen. Sie evozieren Fremdheit und Vertrautheit zugleich. Seine großen Pfeilkörper (die ‚Finder’) sind abstrakt-figurale Konstruktionen unbekannter Bestimmung, aufwendig montiert aus vertrauten industriellen Massenprodukten oder deren Fragmenten. Die eigens für den Pavillon entstehende Installation zeigt erstmals einen neuen ‚Finder’, sphärisch im Raum gebunden und verortet durch einen schwebenden weißen Ring.
Ankündigungen, Gerhard-Marcks-Haus 05. Februar bis 26. April 2015


Fröhliche Wissenschaft – Alchemie des Alltags

Rolf Blume fordert den Besucher ganz explizit zur Assoziation auf. Denn ein wesent­liches Element seiner Installation ist das freie Gedankenspiel der Betrachter, die zu vielfältigen Ideen angeregt werden sollen; mögliche, aber nicht ausschließliche Phanta­sien können sein: Spiel und Wissenschaft, Vergangenheit und Zukunft oder Mensch und Raum.
Dazu dient zunächst der Raum selbst: Die alte Mälzerei zeigt an ihren Wänden deut­liche Spuren ihrer Vergangenheit und Funktion. Der Ort wird ganz wesentlich von einer technisch-produktiven Atmosphäre bestimmt, die schnell spürbar wird und zum experi­mentellen Denken anregt.
Vor allem aber lädt die Installation in ihrer Kombination aus verschiedenen Elementen zur Ideenbildung ein. Die raumprägende Stahlsäule wird mit einem golden Ring kombi­niert. Auffälligstes Element ist das fremdartige Flugobjekt »der Finder«. Dieser ist aus unterschiedlichen Materialen zusammengebaut und schwebt - suchend und findend - im Raum. Die Zeichnungen auf dem Boden und an den Wänden stehen direkt mit ihm in Verbindung und symbolisieren denkbare Ortungen und Flugbewegungen.
Blume benutzt für seine Kunstwerke vorwiegend Massenartikel unseres Alltags, die durch die Neuverwendung in andere Zusammenhänge gestellt werden. Dieses Experi­mentieren mit den Materialien und Dingen sowie das assoziative Gedankenspiel mit den Bedeutungen des fertigen Werkes ist dabei die »Fröhliche Wissenschaft, die Alchemie des Alltags«, die mit den Versuchen der Alchemisten zur Herstellung von Gold in Korrespondenz tritt.
Sabrina Kühn, Kunsthistorikerin, Begleittext Station 14, Alte Mälzerei
Schwabacher Kunsttage, Ortung VIII, Im Zeichen des Goldes 10.- 25.08.2013

Ortung VIII – Positive Resonanz

(...) Für den Publikumspreis gibt es mehrere Favoriten (...) der »Finder« von Rolf Blume in der alten Mälzerei gehört dazu. (...) Blume fordert den Besucher ausdrücklich zu Assoziationen auf. Sein Werk gibt dafür viel Spielraum. (...) »Und es harmonisiert un­glaublich mit dem Raum«, sagen einige.
Robert Schmitt, Schwabacher Tagblatt, 23.08.2013

Ortung VIII – Entdeckungstour durch Schwabach –
Auf dem Goldweg zur Kunst

Ortung VIII lädt zu Entdeckungstour (...) Erstmals (...) ist die Alte Mälzerei dabei. Dort schwebt ein aus Alltagsmaterialien geschaffenes Flugobjekt, der »Finder«, auf seiner goldenen Umlaufbahn im Raum, auf dem Boden zeigt eine weiße Kreidelinie mit allerlei symbolischen Zeichen die denkbare Flugbewegung an. »Fröhliche Wissenschaft – Alchemie des Alltags« hat Rolf Blume aus Hannover seine wunderbar ausgetüftelte Installation genannt.
Regina Urban, Nürnberger Nachrichten, 10.08.2013


Der Egg-o-ist, der Finder und 52 Seh-Zeichen ...

Blume (schafft) aus alltäglichen Dingen präzise durchdachte Konstrukte (...). Dinge die nie zuvor gesehen waren, die aber genau so einen neuen Sinn ergeben (...). Blume wendet damit das »Wilde Denken« von Lévi-Strauss auf unsere Gesellschaft an. Der Künstler wird zum Forscher: anhand von Alltagsmaterialien und mittels experimenteller Verfahren findet er zu neuen Erkenntnissen, schafft neuen Sinn in Form von skulptu­ralen Äußerungen. (...)

Nimmt man den Egg-o-ist (01), so ist hier durch den Untertitel »lautlos im All (can you hear me, Major Tom?)« ein bestimmter Inhalt angesprochen, dennoch bleibt das Objekt – auch wenn es uns vielleicht an eine Raumstation erinnert – doch ein abstraktes Kon­strukt aus Wäscheklammern, Eierkartons und Holzspießen. Da spricht eine Ironie und eine Leichtigkeit aus dem Umgang mit Materialien, die einen Bruch bedeutet, einen Bruch in der Aussage, die dieses Kunstwerk treffen will. Denn natürlich geht es nicht darum, eine möglichst perfekte Nachbildung einer Raumstation zu bauen wie etwa ein Modellbauer. Vielmehr scheint es mir um eine Erforschung der Qualität von Formen zu gehen, welche Wirkung haben beispielsweise diese Holzspieße, sie sind sehr spitz, sie sind wehrhaft. Aber nicht im Sinne von Angriff, eher im Sinne einer Verteidigung. Und sie könnten auch gleichzeitig die Funktion von Fühlern oder Antennen haben, also der Kommunikation dienen.
So haben wir hier möglicherweise eine Forschungsstation im All, die Kontakt zu außerirdischen Lebensformen sucht und die sich dabei zu verteidigen weiß. Alles ist auf Empfang geschaltet – denn es ist eine Form, die geöffnet ist, die aufgefaltet hat, anders als bei der verwandten Arbeit des zweiten Egg-o-ist (02) »gestrandet (is anybody out there?)«, der noch verschlossen dasteht, gerade erst gelandet sozusagen und doch schon bereit zu kommunizieren.
Ganz zentral für den ersten Egg-o-ist ist außerdem das Schwebende. Dieses Objekt bewegt sich nirgendwohin, wie beispielsweise die Finder, es ruht eher an einem Ort, wie auch die Seh-Zeichen (Nordische Landschaft oder das Prinzip Boje) ganz klar ruh­ende Körper sind, übrigens auch in einer Kreisanordnung. Und so könnte man zusam­menfassen, dass der Egg-o-ist eine Bricolage darstellt, die mittels vorgefundener Über­reste unserer Zivilisation im Sinne eines »Wilden Denkens» Forschungen über Formen und deren Qualitäten anstellt, die ein Konstrukt, eine räumliche Collage zum Ergebnis haben: ein schwebender, in sich flexibler Körper, der zugleich wehrhaft ist, aber auch Kontakt aufnehmen will, der Wissen sammelt, und der uns letztlich etwas mitteilt über Kommunikation und über die mögliche Haltung eines Individuums in der Welt. (...) Anne Prenzler, Lehrbeauftragte, Hochschule f. bildende Künste, Braunschweig
Eröffnung Imago-Kunstverein Wedemark, Bissendorf 26.05.2013

Verstecken kann ein Künstler nichts – Rolf Blume im imago Kunstverein

Das ist indiskutabel in der Kunst: zu sagen, der Künstler hätte es gern anders gemacht, aber es ging leider nicht. Rolf Blume ist Perfektionist. Wenn er Plastik, Papier und Blech zu einer 52-teiligen räumlichen Collage fügt, müssen noch die winzigsten Verbin­dungen ein ästhetischer Gewinn sein für das Objekt. Die 52-teilige Assemblage, die weit in den Raum greift, wird in der Ausstellung »Die Verteidigung des Alltags» zu sehen sein. (...) In Hannover-Linden arbeitet Blume in einem Einzelatelier, in Ricklin­gen hält er ein Lager vor für seine vielen unterschiedlichen Materialien. Massenartikel des Alltags (...), das sind seine Werkstoffe, die er zu aufwendigen Konstruktionen umbaut.
Erst 2007 hatte sich Blume aus seinem Architektenberuf verabschiedet und im Haupt­beruf für die freie Kunst entschieden. Natürlich, sagt er, sei es nicht schlecht auch für Assemblagen etwas von Statik zu verstehen, von der Spannung zwischen Werkstoffen, Form und Ästhetik. (...) Eine seiner Arbeiten hat Blume extra für die Ausstellung in Bissendorf fertig gestellt, weil sie genau passen wird. Mit Konzept geht der Künstler bei der Ausstellungsgestaltung vor, denn er ist außerdem ausgebildeter Kurator. »Das ist wie die Arbeit des Dirigenten im Orchester: eine stimmige Ausstellung zu konzipieren», verdeutlicht er.
Ursula Kallenbach, Nordhannoversche Zeitung 18.5.2013

Rolf Blume zeigt »Assemblagen»

Wer schon immer einmal wissen wollte, was Assemblagen sind, kann sich ab 26. Mai beim Kunstverein imago schlau machen. (...) Der Begriff der Assemblage bezieht sich auf Werke der Objektkunst und bezeichnet räumliche Collagen, Arbeiten, die aus einer Kombination verschiedenster Materialien bestehen.
»Es geht mir bei meiner Kunst nicht um den Trash-Effekt» erklärte Rolf Blume – von Haus aus Architekt – im Gespräch (...) »Es sind einfach tolle Formen, die man sehr individuell und zweckbestimmt verwendet« Die Arbeit mit diesen Massenprodukten sei gestalterisch und ästhetisch spannend. Allein Joghurtbecher seien überraschend vielfältig. Die Entstehung des Kunstwerks sei ein »Spielprozess«. (...) Man habe zwar eine Idee und wisse, womit man anfangen müsse, doch das Ergebnis sei nicht vorhersehbar.(...)
Anke Wiese, Wedemark Echo 18.5.2013


Leichte Schwere – Stahlplastiken und Papierobjekte

Inger Seemann (Bremen) und Rolf Blume (Hannover) konzentrieren sich in ihrer gemeinsamen Rauminstallation auf zwei gegensätzliche, material-orientierte Werk­gruppen. Zunächst dominieren die monochromen, fast lederartigen Raummäntel aus Stahl von Inger Seemann. Sie erinnern an gefaltetes Papier und umschreiben eigene Räume. (...) Mit diesen Stahlarbeiten kontrastieren die eher sensibel und fragil wirkenden Papierobjekte von Rolf Blume. Dessen filigrane, jedoch raumgreifende Assemblagen sind in Reaktion auf die Stahlskulpturen und aktuell für diesen speziellen Ausstellungs­kontext entstanden.
Die homogene dunkle Materialfarbe des Stahls kontrastiert mit den punktuellen roten Einfärbungen des weißen Papiers; die Robustheit und Solidität des einen mit der Verletzlichkeit und Banalität des anderen; das solitäre, selbstbezügliche, ruhende Ele­ment der Stahlskulpturen mit dem eher flüchtigen, leichten Papier, das sich in serieller Formation in der Fläche ausdehnt und von dort auf den Raum übergreift.
Gemeinsam ist beiden Werkgruppen die Entwicklung der Körper aus der Fläche und das Spiel mit linearen Akzenten; beide scheinen aber auch unmittelbar vorange­gangene Bewegungen festzuhalten. Materialien und Formen, räumlich und ästhetisch vielfältig in Beziehung gesetzt, erzeugen spannende Korrespondenzen, die die schöne Ambivalenz des Ausstellungstitels in der Schwebe halten.
Presseinfo zur Auststellung im »ruhm«, Hannover, 07.03.-13.04.2013


Umgewidmete Plastikflaschen
Rolf Blumes kluge Bearbeitung von Alltagsutensilien

Die Galerie am Stall … bietet jetzt Gelegenheit Blumes Assemblagen aus unschein­baren und entsorgten Alltagsobjekten kennen zu lernen. Wer jetzt an rüde Zusammen­führungen von alten Schrottplatz-Maschinenteilen und deren historische Aura denkt, liegt falsch. Denn Blume verwendet fortgeworfene Plastikflaschen, Garnsterne aus Pappe oder kleine Schminkpinsel lediglich als Startpunkt, um den Gegenständen zu einer neuen ästhetischen Existenz zu verhelfen. Zu diesem Zweck tilgt er Beschrif­tungen oder andere Spuren der ursprünglichen Zweckbestimmung der Dinge, die er ohnehin meist zerlegt oder beschneidet. Blumes Objekte überzeugen durch sorgsame Handwerklichkeit und hochgradige Präzision, der man den Architekten ansieht. Zu­gleich sind sie voller poetischer Schwingungen. Dieser Brückenschlag findet sich auch in der Titelwahl. Eine Wortprägung wie 'Floraler Adapter' ist dafür typisch. Es handelt sich dabei um ein Werk, das an seinem einen Ende wie eine stabile Leitungsverbin­dung geformt ist, am anderen aber in eine zipfelige Pflanzenform ausläuft. Geformt ist das Objekt aus schmalen Papierrollen, wie sie in Registrierkassen verwendet werden. Eine Behandlung mit Leim oder Lack fixiert die neue Gestalt, die von zarten farbigen Eingriffen weiter betont wird. (…)
Dieter Begemann, WeserKurier 24.9.2011


Aus Luftschlangen werden Florale Adapter.

Ganz genau hinsehen muss man bei den Exponaten …, denn es sind Alltags­gegenstände, die Blume zu völlig neuartigen Gebilden zusammenfügt. Eingefärbte Kassenrollen und Luftschlangen bilden 'Florale Adapter', aus einem Telefonbuch wird ein 'Archiv der Wirklichkeiten', und aus alten Flaschen und Fundstücken entstehen '52 Seh-Zeichen' (…). Blume ist fasziniert von Alltagsgegenständen aus industrieller Massenproduktion. »Sie werden in Serie und billig für einen determinierten Zweck pro­duziert und anschließend weggeworfen …, der Aufwand wird durch die Vervielfältigung entwertet«, so Blume »und der Formenreichtum völlig unterschätzt«. (…) »Ich will der Realität etwas Neues abgewinnen«. Für ihn ist die 'Verteidigung des Alltags' deshalb ein programmatischer Titel. »Meine Kunst ist eine Re-Individualisierung von Massen­produkten …, was ich mache, ist utopisches Konstruieren.« (…)
Tjalke Weber, nwzonline 12.9.2011


Künstler gibt Alltäglichem spielerisch neuen Inhalt

Für ein besonderes, raumgreifendes Objekt, die 'Nordische Landschaft oder das Prin­zip Boje' hat Giesen den Schuppen auf seinem Grundstück hergerichtet. Über sauber geharktem Splitt hängt an Nylonfäden ein Kreis von 52 farbenfrohen »Seh-Zeichen« aus Teilen von Plastikflaschen und -bechern und diversen anderen Fundstücken. Mit diesem Objekt hat Blume den Niedersächsischen Kunstpreis 2010 gewonnen … »Ich bin fasziniert, wie spielerisch Blume Neues schafft«, sagt (Galerist) Giesen.
Delmenhorster Kurier 6.9.2011

Wegwerfartikel in neuem Licht – Alltagsmaterialien verfremdet

Blume stellt insgesamt 36 Arbeiten in der Galerie am Stall aus. 'Verteidigung des All­tags' ist die Schau betitelt. Inhaber Frank Giesen hat den Künstler in der Landes­kunstausstellung kennengelernt. »Seine Arbeiten sind ganz außergewöhnlich«, staunt Giesen anerkennend.
nwzonline 6.9.2011


Juryvotum Landeskunstpreis Niedersachsen 2010
Rolf Blume erhält den Landeskunstpreis

»Rolf Blume schafft eine hängende Raumskulptur aus 52 'Seh-Zeichen'. Diese orientieren sich an dem in der norddeutschen Landschaft bekannten Prinzip der See-Boje. Sie zeigt moderne Gefäßformen von haushaltsüblichen Verpackungen, die kreisförmig angeordnet, künstlerisch-spielerisch in einen neuen Bedeutungskontext überführt werden.« Helmut Eichhorn, der als Vertreter der Jury die Preise übergab, lobte den Farbenzauber und die Mobilität des Werkes: »Die Bojen tänzeln und zappeln wie auf einer Wasseroberfläche.« Zugleich, ergänzte Rolf Bärenfänger im Namen der Jury »erinnere die Arbeit an die Verschmutzung der Nordsee durch Abfälle.«
Die unabhängige Jury entschied nach ganztägiger Beratung im anonymen Verfahren.
- Rolf Bärenfänger – Direktor Ostfriesische Landschaft
- Dr.Helmut Eichhorn – ehem. Direktor Landesmuseum Emden
- Mathias Graffé – Maler, Wiesbaden
- Sabine Horstmann – Fotografin und Kunstvermittlerin, Hamburg
- Hans-Otto Lohrengel – Bildhauer, Breitscheid

aus der Presseerklärung, Juni 2010

Landschaft im Umbruch-Räume im Wandel

Den Begriff Landschaft sieht Rolf Blume nicht zwingend mit Natur verknüpft. »Landschaft ist auch ein Begriff aus der Ästhetik und er kann in vielen Zusammen­hängen benutzt werden, z.B. auch als Kulturlandschaft«, sagt Blume. Der Künstler aus Hannover arbeitet mit seriellen Industrieartikeln, die im Alltag eher wenig Beachtung finden. Aus Joghurtbechern, Plastikflaschen und anderen Behältnissen, die sonst in der Mülltonne verschwinden, hat Blume 52 unterschiedliche Bojen kreiert. »Bojen begegnet man oft im Norden. Für mich haben sie einen ästhetischen Reiz«, erklärt Blume.
N.N., Pressemitteilung, Juni 2010


Kleine Kunst groß inszeniert
Maritta + Rolf Kolbien bereiten … (9.) 'Kleinplastik in Norddeutschland' vor

Im Treppenhaus wachsen Moose in dicht verschlossenen Kugeln. Im Garten … steht ein Rhododendron in Flammen. Im Wohnzimmer arbeitet der Künstler Rolf Blume penibelst an seiner Installation aus Holz und Papierschlangen. Überall stehen Kunst­objekte inmitten von Zeitungspapier, Säulen, Kartons und Folien. So sieht es aus, wenn das Galeristenpaar Kolbien die Ausstellung 'Kleinplastik in Norddeutschland' komponiert … (Es) ist die einzige Werkschau dieser Größenordnung in den 5 nörd­lichen Bundesländern. (…) Rolf Blume genießt das Privileg, einen Teil seiner Installation 'Ordnung und Zufall' direkt auf eine Galeriewand malen zu dürfen. Das hat es im Hause Kolbien noch nie gegeben.
Markus Holz, HAZ-Garbsen, Juni 2010


Große Kunstausstellung 'Teile des Ganzen'

Professionelle Künstler … aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland. (…) Ein Ergebnis auf hohem Niveau, das sich sehen lassen kann. Das Thema der Großen Kunstausstellung Nürnberg sind die Bewegungen, Veränderungen und Wertsuche der Gegenwart … (dem) folgend hat die achtköpfige Fachjury ihr Augenmerk darauf gerichtet … die neuesten Arbeiten zu zeigen. Aus 540 Bewerbungen wurden 67 Künstler und Künstlerinnen … ausgewählt.
Pressemeldung, Marktspiegel, 20.01.2010

Ausstellung 'Teile des Ganzen' im Kunsthaus

(… im) 'Weißen Raum'. Der Ort der positiven Sicht und der optimistischen Werke. Ein riesiger Ring von Rolf Blume schwebt von der Decke und fragt »Can you hear me, Major Tom?« (…)
Thomas Susemihl, N plus, Nürnberger Zeitung, 20.01.2010

Lautlos im All

Einer der Favoriten auf der Großen Kunstausstellung: Rolf Blume, 'Egg-o-ist', 2009
N.N., kunstdrang.wordpress.com, Januar 2010


Contemporary Art Ruhr mit gestrafftem Profil gut aufgestellt

Der Krise zum Trotz, die C.A.R. hat es geschafft … bei ihrem 5. Auftritt ein auf­geräumtes, qualitativ gereiftes Gesicht gezeigt. Die »junge Kunst«, vorwiegend Plastik, Malerei, Fotografie, hält zeitgleich zur Art Fair Köln – internationalem Qualitätsvergleich stand. (…) Man sah auch rote Punkte und viel Innovatives. In der von Künstlern bestückten Halle …, (einen) Raum greifenden satellitenartigen Kreis aus Eierpappschachteln, Holz­stäben und Wäscheklammern von Rolf Blume. 'Der EGG-O-IST lautlos im All' heißt die Installation. (…)
N.N., www.ruhrkunst.com, November 2009


Kunst aus Klopapier

Ausgerechnet Klopapier! Ist schon jemals einer auf die Idee gekommen, drei Blättchen von der Rolle zu lösen und diesen Papierstreifen nach reichlicher Betrachtung für so wert und wichtig zu befinden, dass er unbedingt als Kunstwerk an die Wand genagelt gehört? Wohl kaum. (…)
Rolf Blume hat das Klopapier inspiriert. Blättchen für Blättchen hat er von der Rolle gelöst, am Rand orange gefärbt, aufgefädelt und eingespannt in einen Stahlrahmen. Dazwischen baumelt an einem Schaschlikspieß etwas, das entfernt wie ein Hygiene­artikel für Frauen aussieht. (…) So löst er das Klopapier aus seinem schmalen Wisch-­und-Weg-Bedeutungs-zusammenhang und kreiert ein Objekt, das tatsächlich die ursprüngliche Bestimmung vergessen läßt. So entstehen von der Rolle filigrane Werke, die seicht jeden Luftzug aufnehmen, sich nicht mehr an die rollengemäße Proportion halten, sondern neue Strukturen zeigen … erstaunlich anzusehen sind diese Verfrem­dungen. (…)
Auch Telefonbücher, in denen nichts dem Zufall überlassen wird, reißwolft und fleddert und faltet Blume aus ihrer Ordnung heraus und schafft fernab des strengen Buch­Wegwerfartikelformats eine neue Formsprache, die offen ist auch für zufällige Gedanken. (…)
Susanne Jasper, Braunschweiger Zeitung 25.1.2008