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Dr. Andreas Herz, Wissenschaftler a. d. Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel
Alltag und Dingwelt. Bemerkungen zu Rolf Blumes Objektkunst, (Auszüge), 2016

... Plastikflaschen und –teile sind z. B. das hauptsächliche Material von Blumes „Seh-Zeichen (Nordische Landschaft oder das Prinzip Boje)“, einem bunten kreisrunden Reigen bojenförmiger Kunststoffkörper, die frei, für sich und verbunden mit ihresgleichen in der Luft schweben oder auf einem fehlenden Wasser tanzen. Plastik aber, so Roland Barthes, „geht gänzlich in seinem Gebrauch auf“, es kommt gar keiner Substanz gleich, sondern der „Idee ihrer endlosen Umwandlung“: Plastik „ist die erste magische Materie, die zur Alltäglichkeit bereit ist. Doch ist sie das, weil diese Alltäglichkeit für sie gerade ein triumphierender Grund zum Existieren ist. ...

... In den „Seh-Zeichen“ feiert sich das Gewöhnliche im Seltenen, der Massenartikel in der Einzigartigkeit des Artefakts. ... Teil eines kunstvollen Ensembles, das seine Resurrektion in einer neuen, nie dagewesenen, kombinatorischen und koexistierenden Freiheit feiert, ein Neues, das werden und sein zu können, es schon vergessen hatte oder vielmehr niemals je gewusst hat.

... auch eine Art „Aufstand der Dinge“, Keim einer künftigen Revolte gegen ihre „Beherrschung und Durchdringung“, nach Art jener künstlerischen Revolution, die das Banale mit dem Wunderbaren verbinden sollte, wie bei Walter Benjamin oder Henri Lefebvre.

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